Faszienmanipulation bei inneren Dysfunktionen

Ein wichtiger Teil von Steccos Ansatz zur Faszie — Faszienmanipulationen bei inneren, viszeralen Dysfunktionen. Ich denke, eine so gut entwickelte und komplexe Methode verdient eine gesonderte Erwähnung. Obwohl wir, wie auch im somatischen Teil, mit faszialen Restriktionen arbeiten, insbesondere mit Fusionszentren, unterscheiden sich sowohl das diagnostische als auch das therapeutische Modell wesentlich.

Faszienmanipulation bei inneren DysfunktionenDie Faszienmanipulation nach Stecco ist nicht bloß eine Arbeit mit Hüllen. Es ist eine Betrachtung der Faszie als aktives System, das sowohl Bewegung als auch innere Homöostase koordiniert. Die Richtung für innere Dysfunktionen (FMID) ist die logische Weiterentwicklung dieser Idee: Wir wirken nicht auf das Organ selbst, sondern auf den faszialen „Container" des Rumpfes und stellen die Bedingungen für seine normale Funktion wieder her.

Luigi Stecco begann seine Forschungen Anfang der 1970er Jahre, indem er Volksheiler beobachtete und Osteopathie, Akupunktur sowie Triggerpunkte studierte. Sein erstes Buch erschien 1987, und bis 2002 formulierte er die Schlüsselidee: Viszerale Faszie und autonomes Nervensystem sind untrennbar miteinander verbunden. Dies bildete die Grundlage der dritten Ausbildungsebene — FMID.

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Grundprinzipien

  1. Indirekte Wirkung. Der Therapeut arbeitet nicht direkt mit den Organen, sondern manipuliert die Faszien der Rumpfwände — Bauch, Brust, Hals. Dies beseitigt mechanische Störungen und stellt den „vitalen Raum" wieder her, der für normale Peristaltik und Organmotilität notwendig ist.
  2. Tensegrity-Modell. Jedes Körpersegment wird als Zylinder mit einer elastischen Vorderwand und einer steifen Hinterwand betrachtet. Die Spannung darin verteilt sich auf drei Richtungen (Tensoren): anterior-posterior (AP), lateral (LL) und schräg (OB).
  3. Verbindung mit dem autonomen Nervensystem (ANS). Intramurale Ganglien, die die Organfunktion steuern, sind in die Faszienschichten eingebettet und werden bei deren Dehnung aktiviert. Die Wiederherstellung des Faszienglitverhaltens normalisiert die Signale, die zu den Organen führen.
  4. Densifikation versus Gleiten. Die Ursache von Dysfunktionen ist die „Densifikation" — eine Verdickung der Hyaluronsäure in der Faszie, wenn sie vom flüssigen Zustand (Sol) in einen viskosen (Gel) übergeht und dabei das Gleiten der Schichten stört.

Indikationen und Praxis

Die Methode ist besonders wertvoll dort, wo Untersuchungen nichts finden, der Patient aber weiterhin klagt. Blähungen, Sodbrennen, Verstopfung, chronischer Husten, schmerzhafte Menstruation, Ödeme — all das ist jene „Grauzone", in der die konventionelle Medizin oft ratlos ist. Und hier sehe ich regelmäßig, wie die Arbeit mit Punkten an der vorderen Bauchwand Symptome beseitigt, die jahrelang als „Psychosomatik" oder „individuelle Eigenheiten des Organismus" abgetan wurden.

Die Diagnostik basiert auf Palpation. Wir suchen Fusionszentren (CF): spezifische Verdichtungen mit scharfem, „nadelförmigem" Schmerz. Dann — tiefe Reibung, bis lokale Wärme entsteht. Nicht die Druckstärke, sondern die Präzision der Punktauswahl. Manus sapiens potens est — die wissende Hand ist stark. Dies beschreibt wohl am besten das Wesen des Ansatzes.

Was den Unterschied zwischen Faszienmanipulationen bei inneren Dysfunktionen und viszeralen Manipulationen nach Barral betrifft, so ähneln sie sich äußerlich überhaupt nicht. Dennoch werden beide Methoden benötigt, sie wirken lediglich auf unterschiedliche Glieder der Dysfunktionsketten. Was mich persönlich an der Stecco-Methode besonders interessiert, ist der ganzheitliche Ansatz. So sehe ich in der Praxis regelmäßig einseitige schmerzhafte Verdichtungen im Bauch und auf derselben Seite im Rücken (Anker) oder in den damit verbundenen Tensoren der Extremitäten.

☛  Osteopathische Viszerale Manipulationstechniken.
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