Neural Manipulation

Die manuelle Therapie der Nerven und des umliegenden Gewebes in Form von neuralen Manipulationen oder spezifischer Massage ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Behandlungsansatzes. Die französischen Osteopathen Jean-Pierre Barral und Alain Croibier leisteten einen enormen Beitrag zur Erforschung und Entwicklung von Techniken für periphere und Hirnnerven.

Neural Manipulation nach BarralDie Methode der neuralen Manipulationen erwuchs aus der klassischen Osteopathie und jahrzehntelanger anatomischer Forschung. Sie basiert auf dem Postulat des Begründers der Osteopathie A.T. Still: „Jeder Nerv muss frei sein, um zu handeln und seine Rolle zu erfüllen." Barral und Croibier widmeten Jahrzehnte dem Verständnis, wie Nervenstrukturen miteinander und mit dem umliegenden Gewebe interagieren — und gingen weit über das einfache „Dehnen" von Nerven hinaus, indem sie Techniken zum „Zuhören" des Gewebes entwickelten und embryologische sowie neuro-psycho-emotionale Verbindungen berücksichtigten.

Freiheit für die Nerven!

Für eine optimale Funktion muss ein Nerv frei gegenüber den umgebenden Strukturen — Muskeln, Knochen und Faszien — gleiten können. Dies ist sowohl für die Impulsleitung als auch für die Blutversorgung von entscheidender Bedeutung: Selbst die geringste Spannung in den Nervenhüllen kann die Funktion der Vasa nervorum — der Mikrogefäße, die das Nervengewebe versorgen — beeinträchtigen und zu ischämischen Schmerzen führen. Dabei enthüllte die Erfahrung der Autoren etwas Unerwartetes: Dünne kutane Nervenzweige besitzen ein höheres reflexogenes Potenzial als große Nervenstämme und sind häufig gerade sie der Schlüssel zum Behandlungserfolg. Eine gezielte Einwirkung auf eine spezifische Fixationszone kann Selbstkorrekturprozesse im gesamten Organismus auslösen — das ist die Essenz dieses Ansatzes.

Die Indikationen für neurale Manipulationen umfassen ein breites Spektrum von Erkrankungen:

  1. Neuralgien und Neuritiden
  2. Tunnel- und Kompressionssyndrome
  3. Folgen von Herpes-Infektionen
  4. Schleudertrauma und Geburtsverletzungen
  5. Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit
  6. Viszerale Dysfunktionen im Zusammenhang mit gestörter Organinnervation

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Nerven sind untrennbar mit den inneren Organen verbunden, und die Befreiung des Nervengewebes verbessert häufig die Funktion der entsprechenden Organe erheblich — sei es die Leber, der Magen oder die Nieren.

Die wichtigste Regel bei dieser Arbeit ist Vorsicht. Bei bestehenden Störungen kann selbst die leichteste Berührung starke Schmerzen verursachen, daher basiert jede Intervention auf äußerster Feinfühligkeit. Die Hand des Therapeuten passt sich den feinsten Gewebsbewegungen an, entdeckt Fixationspunkte und hilft dem Körper, den Selbstkorrekturprozess abzuschließen — durch direkten Kontakt, Induktion oder die Arbeit mit distalen Nervenzweigen in Kombination mit Gelenkbewegungen oder viszeralen Techniken.

Neurale Manipulationen in der Praxis

Die manuelle Manipulation von Nerven ist eine recht spezifische Behandlung. Wie zu erwarten ist, sind Nerven außerordentlich empfindliche und besondere Gewebe, weshalb die Behandlungstechniken deren anatomische und physiologische Eigenschaften berücksichtigen müssen. Von größter Bedeutung ist eine sorgfältige Differentialdiagnose, die nicht nur Anamnese, Palpation und mögliche Zusatzuntersuchungen umfasst, sondern auch Bewegungstests, die in der klinischen Neurodynamik gut ausgearbeitet sind.

Gerade die Kombination dieser beiden Methoden, ergänzt durch fasziale und artikuläre Techniken zur Beseitigung von Dysfunktionen in den Geweben, die die Nerven umgeben, bildet die Grundlage meines Ansatzes zur Behandlung neuraler Dysfunktionen.

☛  Neurodynamische Techniken Therapie - Freisetzung von Nervengeweben.
☛  Neuromuskuläre Behandlung - NMT-Therapie.