Fascial Distortion Model
Für mich stellt das Fascial Distortion Model (Faszienverzerrungsmodell, FDM) einen weiteren äußerst interessanten Ansatz
zur Diagnose und Behandlung faszialer Dysfunktionen dar. Eine seiner markantesten Besonderheiten
ist die Nutzung der Körpersprache des Patienten bei der Beschreibung von Symptomen –
eine bemerkenswert originelle Idee von Dr. Stephen Typaldos. Dieses Konzept entstand aus
der praktischen Beobachtung einer einzelnen Patientin, die er eindrucksvoll beschrieben hat.
Ähnliche „Aha“-Momente werden auch von Andrew Taylor Still und Brian Mulligan beschrieben.
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Wie die Diagnostik in der FDM-Therapie funktioniert
Das zentrale Prinzip der Methode besteht darin, dass der Therapeut der Art und Weise vertraut, wie der Patient seine Schmerzen selbst wahrnimmt und ausdrückt. Die Diagnose basiert auf vier Hauptkomponenten:
- Gesten und Bewegungen des Patienten – die Art, wie eine Person Ort und Charakter der Schmerzen zeigt, besitzt universelle Bedeutung, unabhängig von Kultur und Sprache.
- Verbale Beschreibung der Schmerzen – Begriffe wie „brennend“, „ziehend“ oder „tiefer, dumpfer Schmerz“ weisen auf bestimmte Arten faszialer Distorsionen hin.
- Traumaanamnese – Verständnis der Kräfte, die auf das Gewebe eingewirkt haben: Zug, Kompression oder Aufprall.
- Körperliche Untersuchung – Überprüfung des Bewegungsumfangs und Palpation der Gewebe zur Identifikation von Verdichtungen, Knoten oder Vorwölbungen.
Sechs Arten faszialer Distorsionen
Dr. Typaldos beschrieb sechs unterschiedliche Arten, wie Faszien geschädigt oder verzerrt werden können. Jede weist charakteristische Merkmale und einen spezifischen manuellen Behandlungsansatz auf.
Triggerbänder (Trigger Bands, TB)
Beschreibung: Verdrehung oder Faltung faszialer Fasern.
Patientenanzeige: Der Patient fährt mit den Fingern entlang einer Linie am Körper.
Behandlung: Der Therapeut glättet die Fasern mit dem Daumen, vergleichbar mit dem Bügeln.
Herniated Trigger Point (HTP)
Beschreibung: Gewebe wölbt sich durch eine fasziale Schicht vor.
Patientenanzeige: Tiefer Druck mit Daumen oder Faust.
Behandlung: Das Gewebe wird zurück unter die Faszie gedrückt.
Kontinuum-Distortion (CD)
Beschreibung: Störung im Übergangsbereich zwischen Band oder Sehne und Knochen.
Patientenanzeige: Exaktes Zeigen auf einen kleinen Punkt mit einem Finger.
Behandlung: Intensiver, fokussierter Druck zur Wiederherstellung der normalen Gewebekontinuität.
Faltungsdistortion (Folding Distortion, FD)
Beschreibung: Räumliche Verzerrung der Faszie im Bereich eines Gelenks.
Patientenanzeige: Umgreifen oder Zusammendrücken des Gelenks mit der ganzen Hand.
Behandlung: Traktion oder Kompression, abhängig von der Art der Faltungsdistortion.
Zylindrische Distortion (Cylinder Distortion, CyD)
Beschreibung: Verwicklung der oberflächlichen, spiralig verlaufenden Faszienschichten.
Patientenanzeige: Wiederholtes Reiben oder Kneten des betroffenen Bereichs.
Behandlung: Entwirrung der Schichten durch spezielle manuelle Techniken oder mithilfe von Schröpfgläsern.
Tektonische Fixation (Tectonic Fixation, TF)
Beschreibung: Verlust der normalen Gleitfähigkeit zwischen Gelenkflächen.
Patientenbeschreibung: Das Gelenk fühlt sich „blockiert“ oder „trocken“ an.
Behandlung: Anregung der Synovialflüssigkeitsproduktion und manuelle Techniken zur Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit.
Faszienverzerrungsmodell in der klinischen Praxis
FDM zeigt gute Ergebnisse sowohl bei akuten Verletzungen (Zerrungen, Luxationen) als auch bei chronischen Beschwerden (Schultersteife, Wirbelsäulenschmerzen, Tendinopathien).
Ziel der Methode ist die Wiederherstellung der Körpersymmetrie und des vollen Bewegungsumfangs, wodurch Sportler und Tänzer schneller zu Training und Auftritten zurückkehren können.
Seit Beginn meiner praktischen Tätigkeit habe ich verschiedene Methoden der Weichteilbehandlung angewendet: ischämische Kompression, Tiefengewebsmassage, myofasziale Release-Techniken. Später kamen fasziale Manipulationen hinzu, die einen ganzheitlicheren Blick auf den Körper ermöglichten. Das Fascial Distortion Model ergänzt diese Ansätze logisch, indem es Weichteil- und Gelenktechniken zu einem einheitlichen System verbindet.
☛ Myotherapie Triggerpunkt-Massage.
☛ Stecco-Methode der faszialen Manipulationstechniken.




